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Predigt zum letzten Sonntag nach Epiphanias - mit Audiodatei

veröffentlicht am: 30.1.2021 by at https://selk-radevormwald.de/posts/20210131-predigt/

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen. Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Heiligen Geist haben Menschen in Gottes Auftrag geredet.

2. Petrus 1, 16-21

Liebe Gemeinde,

es gibt diese Augenblicke, die wir nie vergessen. Sternstunden sagen wir zu solchen Augenblicken. Oder wir nennen sie auch magische Momente. Kannst du dich an deine letzte Sternstunde erinnern? Die meisten solcher Sternstunden sind tief eingebrannt im Herzen und im Gedächtnis.

Der Apostel, der die Zeilen verfasst hat, die ihr eben gehört habt, der hat einen solchen Moment erlebt. Eine richtige Sternstunde: Wir sahen seine Herrlichkeit. Es klingt ganz nach dem, was wir im Evangelium von der sogenannten Verklärung gehört haben, als Jesus mit drei Jüngern auf einem Berg steht und Petrus so überwältigt ist vom Licht, das keine Dunkelheit um sich herum duldet, dass er Hütten bauen will, um dort möglichst lange zu bleiben. Dazu kommt es nicht, denn schon bald gehen die Jünger mit Jesus wieder hinunter.

Auf diese Sternstunde, die sich in sein Herz und Hirn gebrannt hat, greift er zurück, als er diese Zeilen verfasst an eine Gemeinde, um die er sich offensichtlich Sorgen gemacht hat.

Als der Brief geschrieben wird, sind viele Menschen davon überzeugt gewesen, dass Christus noch zu ihren Lebzeiten wiederkommen wird.

Je länger das nun allerdings ausbleibt, desto mehr Zweifel wachsen da. Manche fangen an zu erzählen, dass das alles Quatsch ist und dass der Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes sich nur auf Fabeln gründet.

Mit Petrus haben sie aber einen, der als Augenzeuge für die Wahrheit eintritt und ihnen glaubwürdig zu versichern versucht: Das ist kein Quatsch. Ich habe es doch selbst erlebt und wir haben Gott reden hören, damals auf dem Berg wie er sprach.

Und Petrus verweist auf die weiteren prophetischen Worte, die laut wurden, immer wieder laut werden und die in den schon damals vorhandenen Schriften zu lesen sind.

Lauter solche Erlebnisse, lauter Sternstunden der Menschen mit Gott werden da berichtet und zeugen von dem Licht, das Gott mit seinem Handeln an und durch Menschen an ihnen und in ihnen hinterlässt.

Und diese Erlebnisse wurden weitererzählt und aufgeschrieben, damit sie das Licht auch in den Herzen derer entzünden, die sie lesen und hören. Das ist nämlich, was Gottes Wort tut: ein Licht entzünden in Herz und Kopf. Das Wort Gottes ist dabei so mächtig und voller Energie, dass es sogar ungemütlich werden kann, wie Gott zum Beispiel durch Jeremia erzählt:

Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der Herr, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Gottes Wort ist wie Feuer und wie ein Hammer. Es steckt voller Energie und wenn es ankommt, dann bleibt nichts und niemand dunkel und kalt und kein Stein auf dem anderen. Gottes Wort ist in der Lage Menschen bis in ihr innerstes zu verändern.

Dabei ist das Feuerbild zwiespältig und gewaltig. Feuer ist einerseits, wenn es gezähmt ist und kontrolliert wird, wirklich hilfreich und gut. Es wärmt, hilft Speisen genießbar zu machen, Metall zu formen und zu stabilisieren und noch so viel mehr. Es ist aber zugleich auch ungemein gefährlich, tödlich und vernichtend.

Gottes Wort ist alles das. Es will, soll und wird uns verändern. Es fragt uns an, zeigt uns Gottes Willen und wie wir ihn erfüllen. Es weist uns aber auch zurecht und kann mit seinem Licht alle Dunkelheit, alle dunklen, bösen und trüben Gedanken und Überzeugungen aus unserem Herz vertreiben.

Aber, damit es das alles tut, muss es regelmäßig gelesen oder gehört werden. Nur so kann es dazu führen, dass die vielen Sternstunden mit Gott, von denen die Menschen uns in den biblischen Berichten erzählen, auch in unser Herz gelangen.

So werden diese Lichter, die uns da vor Augen gestellt werden und für uns zu leuchten beginnen, so werden uns diese Lichter die Gewissheit wachhalten, dass auf jede noch so dunkle Nacht in unserem Leben ein neuer Morgen folgt. Dazu sind sie auch da, wie Petrus so poetisch schreibt:

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.

Diese biblischen Sternstunden sind da, um uns in dunklen Nächten Licht zu sein. Aber auch eure eigenen Sternstunden mit Gott und die anderer können euch Licht bringen und werden in dunklen Nächten. Und ich bin mir sicher, du hast sowas in deinem Leben. Vielleicht fällt es dir gerade schwer, daran zu denken, weil es schon so lange her ist oder so vieles oben drüber liegt.

Es ist lohnenswert dem einmal nachzugehen: Was ist deine Sternstunde mit Gott? Was ist dein Erleben oder welches ist die biblische Erzählung, die sich so sehr in dein Herz und Hirn gebrannt hat, dass es leuchtet, sobald du das Erleben oder die Erzählung mal wieder hervorholst?

Und wenn du etwas gefunden hast, dann sag mir gerne Bescheid, wenn du magst. Ruf mich an, schreibe mir, lade mich ein oder besuch mich und erzähl mir von deiner Sternstunde mit Gott.

Mich interessiert das nämlich sehr und ich würde mich freuen, wenn wir über solche Sternstunden ins Gespräch kommen. Beim gegenseitigen Erzählen kann nämlich das geschehen, was auch passiert, wenn wir die biblischen Sternstunden hören oder lesen: Gott macht sich Gegenwärtig, er tritt hinzu und wirkt an und durch Menschen und ihre Worte und bringt dabei selbst Licht in Kopf und Herz, ein Licht, das so hell strahlt, dass alles drum herum auch hell wird und voller Zuversicht und voller Gewissheit, dass er da ist, da war und da bleibt, was auch immer geschieht. Dafür sei ihm ewig Lob und Dank. AMEN.

Dafür sei ihm ewig Lob und Dank. AMEN.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. AMEN.

Pastor Florian Reinecke,
Januar 2021

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